Siedlung Thurgauerstrasse

Zürich, 2026 (Teilgebiet D, 4. Preis)

Der im Grundsatz hufeisenförmige Baukörper wechselnder Höhe fasst mit vier Gebäudeflügeln einen Hof, der durch ihm vom Hauptbaukörper zugewandte Volumen-Finger gegliedert und in seiner Massstäblichkeit heruntergebrochen wird. Diese tragen je einen offenen Pavillon, der den Bezug zur im 4. OG umlaufenden Hofgalerie herstellt, welche alle Gebäudeflügel und die gemeinschaftlichen Dachflächen miteinander verbindet. Hier ist ein Grossteil der gemeinschaftlichen Nutzungen angesiedelt. Zur Thurgauerstr. verleihen vorgestellte Loggiatürme als raumfassender Teil der Fassadenabwicklung der Ansicht Tiefe und gliedern die schiere Länge des vom Gestaltungsplan begünstigten grossmasstäblichen Baukörpers in fassbase Abschnitte mit menschlichem Massstab.

Fünf warme Treppenhäuser, denen je eine Laube angehängt ist, erschliessen sämtliche Wohnungen, sodass die innenliegende Erschliessungsfläche aufs Minimum reduziert ist. Die Lauben werden durch die Volumen-Finger unterbrochen, sodass bei keinem einzigen Zimmer irgendeiner Wohnung vor dem Fenster durchgelaufen wird. Jede Laube bildet so auch eine kleinere „horizontale Kernnachbarschaft“, die trotz den vielen hundert Bewohner:innen der Sieglung eine gewisse Geborgenheit bietet.

In  den Wohnungen wird mittels Verzicht auf Korridore trotz kleinen Wohnungsflächen ein belichteter zentraler Dielenraum als neuer Typus gewonnen. Dieses Zentrum ist zweiseitig ausgerichtet: Das Licht gelangt sowohl über die zum Quartier ausgerichteten Küchen als auch über die Lauben in die Dielen, die sich zum gemeinschaftlichen Hof orientieren. 

Landschaftsarchitektur: Ganz LA, Zürich